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Trennungskonflikte aus Kindersicht und was du tun kannst

December 30, 20258 min read

Nach einer Trennung von einem narzisstischen Ex-Partner verändert sich plötzlich alles. Kinder stehen mittendrin, in einer Situation, die sie nicht verstehen, ohne Werkzeuge, um sie zu meistern.

Sie wollen beiden Elternteilen gerecht werden. Sie wollen gesehen, getragen, gehört werden. Sie wünschen sich, dass der Konflikt aufhört. Und weil es nicht so einfach aufhören wird, entwickeln sie Strategien, Wege, die auf den ersten Blick unlogisch wirken mögen, die bei genauerem Hinsehen aber völlig verständlich sind. Sie passen sich an, sagen Dinge, die nicht stimmen, übernehmen Verantwortung, die ihnen nicht zusteht. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern um in einer schwierigen Situation zu überleben.

Kinder sind von Natur aus Loyalitätswesen. Ein Kind ist in seinen ersten Lebensjahren vollständig abhängig von seinen Bezugspersonen. Es kann nicht jagen. Nicht fliehen. Nicht für sich sorgen. Ohne die Erwachsenen würde es sterben.

Deshalb hat die Evolution Kinder mit einem tief verankerten Mechanismus ausgestattet: Loyalität sichert Überleben.

Kinder überleben, wenn sie eine stabile Bindung zu ihren Eltern haben, auch wenn diese Eltern Fehler machen oder die Kinder emotional belasten.

Die Loyalität zeigt sich in vielen Formen: Kinder passen sich an, um Konflikte zu vermeiden; sie übernehmen Verantwortung, die sie nicht tragen sollten; sie verteidigen oder rechtfertigen das Verhalten ihrer Eltern, selbst wenn es schadet.

Wenn ein Elternteil narzisstisch ist, verschärft sich dieses Muster:

➡️ Manipulation und Schuldgefühle:
Narzissten schaffen Situationen, in denen Kinder das Gefühl haben, die Verantwortung für die Gefühle des Elternteils übernehmen zu müssen. Die Loyalität wird so auf eine emotionale Belastungsprobe gestellt.

➡️ Konflikt zwischen Eltern und Kind:
Kinder spüren die innere Spannung, wenn der narzisstische Elternteil seine Kontrolle durchsetzt oder Grenzen überschreitet. Sie wollen loyal sein, aber gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse schützen. Das erzeugt innere Konflikte: „Wenn ich für mich einstehe, verletze / enttäusche ich Papa / Mama.“

➡️ Übernahme von Rollen:
Kinder lernen, sich anzupassen, sich „unsichtbar“ zu machen oder sogar die Bedürfnisse des narzisstischen Elternteils zu spiegeln, um Konflikte zu vermeiden. Sie übernehmen die Rolle des „emotionalen Puffers“ - ein Zustand, der langfristig belastend ist.

In intakten Familien ist diese Loyalität unproblematisch. Beide Eltern arbeiten zusammen. Alles ist im Gleichgewicht.

Aber in Trennungskonflikten mit einem narzisstischen Elternteil wird diese Loyalität zur Falle. Denn plötzlich steht das Kind zwischen zwei Menschen, die gegeneinander arbeiten.

Das Kind gerät in einen inneren Konflikt:

  • Wenn ich Mama lieb habe, verrate ich Papa.

  • Wenn ich Papa lieb habe, verrate ich Mama.

  • Wenn ich zu einem halte, verletze ich den anderen.

Das Kind kann nicht gewinnen. Egal, was es tut.

‼️Also entwickelt es Strategien, um beiden gerecht zu werden:

  • Es sagt dem dysfunktionalen Elternteil, was dieser hören will.

  • Es verschweigt, was zu Aufregung, Streit oder Sprengstoff führen könnte.

  • Es versucht, im Außen Harmonie herzustellen, auch wenn in seinem Inneren Chaos herrscht.

Das Problem: Diese Strategien funktionieren kurzfristig. Sie schaffen vorübergehend Ruhe. Aber langfristig verstricken sie das Kind in ein Netz aus Anpassung, Selbstaufgabe und toxischer Verantwortung.

Die Wahrheit über Vermeidung: Sie funktioniert nicht

Viele Mütter versuchen, gefährliches Verhalten zu vermeiden. Trauma zu vermeiden. Verletzung zu vermeiden. Für sich. Für das Kind. Für alle. Aber hier ist die harte Wahrheit: Trauma kann nicht vermieden werden.

Du kannst versuchen, niemanden zu verletzen. Du kannst versuchen, dich selbst nicht zu verletzen. Du kannst versuchen, das Kind nicht zu verletzen. Aber das funktioniert nicht.

👉 Wie sieht dieses Vermeidungsverhalten typischerweise aus?

Mütter reden dem Kind die Situation schön:

„Papa hat dich lieb."
„Papa hat sich sehr für dich gefreut, dass du auf der Geburtstagsfeier deiner Freundin warst."
„Papa meint es nicht so."

Obwohl das nicht der Realität entspricht. Mütter versuchen eine ruhige, friedliche Atmosphäre herzustellen. Sie wollen das Kind vor der Wahrheit schützen. Sie wollen Harmonie. Und das ist nachvollziehbar, Wer würde sich das nicht für sein Kind wünschen?

Aber genau genommen täuschen sie ihr Kind genauso wie der Vater, wenn er böse Dinge über die Mama sagt. Nur andersrum.

Das Kind lernt:

  • Wahrheit wird verschwiegen, wenn sie unbequem ist.

  • Menschen, die mich verletzen, werden schöngeredet.

  • Ich darf nicht sagen, was ich wirklich fühle.

Und das ist gefährlich.

Weil das Leben nicht so funktioniert.
Weil Trennungskonflikte nicht so funktionieren.
Weil Menschen nicht perfekt sind.

Was du jetzt tun kannst:

✨ Dem Kind die Wahrheit zumuten, altersgerecht, aber ehrlich.
✨ Dem Kind beibringen, wie man mit Verletzung umgeht.
✨ Dem Kind zeigen, wie man heilt.
✨ Dem Kind vorleben, wie man trotz Schmerz Gefühle zulassen kann.

Das ist Befähigung.

Nicht: „Papa hat dich lieb" (wenn das nicht stimmt).
Sondern: „Menschen zeigen ihre Gefühle unterschiedlich. Das kann verwirrend sein. Aber du darfst fühlen, was du fühlst."

Nicht: „Papa meint es nicht so."
Sondern: „Was Papa gesagt hat, hat dich verletzt. Du darfst sagen, dass dich etwas verletzt. Kinder sind nicht verantwortlich für das Verhalten ihrer Eltern."

Nicht: „Alles wird gut."
Sondern anerkennen: „Es ist gerade schwierig." (Lösungswege benennen oder zeigen)

Was Kinder wirklich von dir brauchen

Kinder brauchen keine perfekte Mutter. Sie brauchen keine Mutter, die alles richtig macht. Sie brauchen keine Mutter, die sie vor allem beschützt.

Sie brauchen eine Mutter, die:

✨ Ein Vorbild ist, wie man mit schwierigen Situationen umgeht

✨ Grenzen setzt, auch wenn es unbequem ist

✨ Wahrheit sprich, auch wenn es schmerzt

✨ Befähigt statt beschützt

✨ Versteht, dass Loyalität keine Selbstaufgabe bedeuten muss

Und vor allem:
Eine Mutter, die versteht, welche Dynamik im Kind spielt.

Die Lösung liegt nicht darin, mehr abzufangen. Die Lösung liegt darin, die Dynamik zu verstehen – und dann zu führen.

Zu verstehen, warum Kinder loyal sind.
Warum sie sich anpassen.
Warum sie Dinge runterschlucken.
Warum sie Verantwortung übernehmen, die nicht ihre ist.

Und dann: Diese Dynamik aktiv zu durchbrechen.

Nicht durch Beschützen.
Durch Befähigen.

Viele Mütter glauben, sie müssten ihr Kind vor allen Konflikten schützen, ihm eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen. Das ist verständlich, aber leider unrealistisch.

Kinder müssen Konflikte aushalten und lernen, mit ihnen umzugehen. Nur so entwickeln sie Resilienz. Dabei geht es um alltägliche Spannungen, Streitigkeiten oder Enttäuschungen, nicht um Gewalt oder Übergriffe. Sie lernen nicht automatisch im Kindergarten oder in der Schule, wie sie mit schwierigen Situationen und emotionalen Spannungen umgehen, besonders dann nicht, wenn ein Elternteil narzisstisch ist. Hier brauchen sie eine Mutter, die stabil bleibt, Grenzen setzt und sie emotional begleitet und befähigt, damit sie lernen können, Konflikte auf gesunde Weise zu erleben.

Die zentrale Frage ist: Wie kannst du dein Kind schützen, ohne sie völlig von der Realität abzuschirmen?

👉 Ein Kind, das nicht befähigt wird, nimmt (unbewusst) wahr: „Wenn meine Mutter nicht helfen kann und keine Grenzen setzt, kann ich auch nichts tun.“

Es lernt, sich zurückzuziehen, Verantwortung zu übernehmen, die es nicht tragen sollte, oder Konflikte zu vermeiden, anstatt sie zu verarbeiten. Die Resilienz, die es entwickeln könnte, wird blockiert, nicht durch die Situation selbst, sondern durch die innere Haltung der Mutter.

Kinder brauchen eine Mutter, die handlungsfähig bleibt, Grenzen setzt und zeigt: „Ich bin hier, ich kann dich schützen, und ich handle.“

Nur so kann das Kind lernen, dass es Gefühle ausdrücken darf, Konflikte aushalten kann und trotzdem sicher ist.

Wenn ein narzisstischer Elternteil das Kind in Verwirrung bringt oder versucht, es emotional zu manipulieren, ist es eine der herausforderndsten Aufgaben einer Mutter, das Kind immer wieder in die Realität zurückzuführen. Es muss ihm erklärt werden, was passiert, was es nicht zu verantworten hat, und warum bestimmte Handlungen oder Worte des anderen Elternteils nicht die Wahrheit über das Kind widerspiegeln.

Das Kind braucht diese wiederholte Orientierung, um die Realität zu verstehen, sich zu stabilisieren und Vertrauen in die eigene Wahrnehmung aufzubauen. Es ist ein fortlaufender Prozess, keine einmalige Erklärung, und genau das ist der Schutz, den das Kind wirklich braucht.

Das Jugendamt kann das nicht leisten.
Das Gericht kann das nicht leisten.
Der narzisstische Elternteil wird es nicht leisten.

Es braucht eine Mutter, die das Kind in die Realität zurückführt.
Eine Mutter, die ihm Orientierung gibt.
Eine Mutter, die ihm zeigt: Deine Wahrnehmung ist richtig.

Und das ist keine einmalige Aktion. Das ist ein täglicher Prozess.

Der beste Schritt wäre, den Umgang auszusetzen.

Ja, das wäre der ideale Weg, aber ich sage dir ehrlich: Es wird nicht einfach. Es ist herausfordernd, und es erfordert Mut, Konsequenz und eine starke Zusammenarbeit mit den Instanzen und Rechtsbeistand.

✅ Wenn du Klarheit, Stabilität und eine unüberhörbare Präsenz entwickelst, gewinnst du Gewicht bei Jugendamt und Gericht. Du zeigst:

„Ich handle. Ich trage Verantwortung für mein Kind – ruhig, souverän und empathisch.“

Wenn du lernst, kritische, sensible Themen strategisch anzusprechen, steigt die Chance enorm: Dein Kind spürt Schutz, Sicherheit und Orientierung. Es lernt, dass es die Last nicht tragen muss, du übernimmst für es.

Genau diese Sicherheit ist der Schlüssel, um die Dynamik mit einem narzisstischen Elternteil zu durchbrechen.

Und das Beste: Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Ich gehe ihn mit dir. In meinem Weiterbildungsprogramm hast du die Gelegenheit, persönlich mit mir zu arbeiten. Wir schauen individuell auf deine Situation, entwickeln Schritt für Schritt eine Strategie, und ich halte dich dabei, emotional, fachlich und strategisch.

Du lernst, wie du souverän auftrittst, dein Kind schützt und gleichzeitig Behörden, Jugendamt und Gericht mit Klarheit überzeugst, ohne dich von Emotionen überrollen zu lassen.

Hier geht es nicht um Theorie, sondern darum, dass du gestärkt, handlungsfähig und sicher aus jeder Situation herausgehst, für dein Kind und für dich.

➡️ Hier geht es zu meinem Weiterbildungs-Programm: Souverän gegen Narzissten: Dein Erfolg vor Gericht 2.0

Ich bin Erika Schewsky – Diplom-Mentaltrainerin, EMDR Practitioner Coach und Expertin für Mütter, die sich in hochkonfliktären Familienrechtsverfahren mit narzisstisch-psychopathischen Ex-Partnern behaupten müssen.
Meine Mission: Dir Klarheit geben. Dich stärken. Dich in deine innere Ruhe und souveräne Selbstführung bringen.

Erika Schewsky

Ich bin Erika Schewsky – Diplom-Mentaltrainerin, EMDR Practitioner Coach und Expertin für Mütter, die sich in hochkonfliktären Familienrechtsverfahren mit narzisstisch-psychopathischen Ex-Partnern behaupten müssen. Meine Mission: Dir Klarheit geben. Dich stärken. Dich in deine innere Ruhe und souveräne Selbstführung bringen.

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